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Wann lohnt sich die Investition in eine eigene Lackieranlage – und wann ist die Auslagerung die bessere Entscheidung?

Für jeden Investor in der Fertigungsindustrie ist die Entscheidung, ob eine eigene Anlage zur Oberflächenbehandlung angeschafft werden soll, von zentraler Bedeutung.

Schauen wir uns die Faktoren an, die diese Entscheidung am stärksten beeinflussen:

Viele Industrieunternehmen entscheiden sich dagegen, Prozesse für die Beschichtung und Oberflächenbehandlung intern durchzuführen, da diese Prozesse meist ganz am Ende des Produktionszyklus liegen und spezielles Know-how, Platz sowie häufig erhebliche Investitionen erfordern. Stattdessen greifen sie auf externe Lohnbeschichter zurück.

Externe Beschichtung

Vorteile

• Keine Anfangsinvestition in Technologie oder Infrastruktur – Sie können sofort mit der Beschichtung beginnen

• Flexible Kapazität – bei Produktionsschwankungen entstehen keine Fixkosten für eine nicht ausgelastete Anlage

• Geringerer Personalaufwand – weniger Bedarf an eigenen qualifizierten Lackierern und Technikern sowie einfachere Vertretungsregelungen

• Ein Teil der Verantwortung für Umwelt und Sicherheit wird auf den Lieferanten übertragen (Emissionen, Abfälle, Chemikalien)

• Flexibilität am Markt – je nach Produkttyp können unterschiedliche Lieferanten ausgewählt werden • Market leverage – the option to choose different suppliers depending on product type

Nachteile

• Längere Durchlaufzeiten: Verpacken, Verladen, Transport und Entladen – dadurch erhöhtes Verzögerungsrisiko

• Höhere Logistikkosten und Beschädigungsrisiken (Kratzer, Abrieb, Feuchtigkeit, Verformung der Verpackung) – bei längeren Transportwegen ist häufig Mehrweg- oder besonders robuste Verpackung erforderlich

• Eingeschränkte Prozesskontrolle – unmittelbare Parameteränderungen, schnelle Korrekturen oder die Bearbeitung von Reklamationen sind schwieriger umzusetzen

• Schwankende Qualität zwischen Chargen und Lieferanten

• Risiken für Know-how und Vertraulichkeit – klar definierte Regeln sind erforderlich

• Weniger Spielraum für die kontinuierliche Produktionsoptimierung (z. B. Aufhängesysteme usw.) – Rückmeldeschleifen sind langsamer

Die Auslagerung führt zu einer stärkeren Abhängigkeit von Kapazität, Terminen und gleichbleibender Qualität des Lieferanten.

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Eigene Lackieranlage

Vorteile

• Vollständige Kontrolle über Qualität und Prozess (Vorbehandlung, Schichtdicke, Aushärtung/Trocknung, Sauberkeit der Umgebung) – schnellere Reaktion auf Abweichungen

• Kürzere Durchlaufzeiten – kein Transport und keine Wartezeiten beim Lieferanten

• Niedrigere variable Kosten bei stabilen und ausreichenden Mengen, sobald die Fixkosten gedeckt sind – bessere Kostenplanbarkeit

• Möglichkeit, Produkte kontinuierlich für die Beschichtung zu optimieren (Aufhängemethoden, Entwässerung, konstruktive Anpassungen) und Änderungen schnell umzusetzen

• Größere Flexibilität bei Prioritäten – die Lackieranlage folgt Ihrem Produktionsplan und nicht dem Zeitplan eines Lieferanten

• Schutz von Know-how und sensiblen Projekten – Prototypen und neue Produkte bleiben im Unternehmen

Einfachere Standardisierung und Rückverfolgbarkeit innerhalb Ihres Qualitätssystems

Nachteile

• Hohe Anfangsinvestitionen in Technologie, Bau, Energiesysteme, Handhabung und Qualitätskontrolle

• Fixkosten auch bei geringer Auslastung (Energie, Service, Prüfungen, Abschreibung, Personal) – Risiko ungenutzter Kapazitäten

• Hoher Personalbedarf: Techniker, Facharbeiter und Instandhaltung – einschließlich Schulung und Vertretungsregelungen

• Gesetzliche, sicherheitsbezogene und umweltrechtliche Verpflichtungen

• Erforderliche Tests und Validierungen

Eine eigene Lackieranlage bedeutet die vollständige Verantwortung für Qualität, Sicherheit, Umweltkonformität und Prozesskontinuität.

Praxisbeispiel

Ein Hersteller von Stahlprofilen lagerte die Pulverbeschichtung aus, da sein jährliches Beschichtungsvolumen von 60.000 m² zu gering war, um den Bau einer eigenen Lackieranlage wirtschaftlich zu rechtfertigen. Obwohl die interne Beschichtung die Kosten um €0,8–1,5 pro m² gesenkt hätte, führten die Investitionen in ein neues Gebäude, die Lackieranlage und die Logistik zu einer Amortisationszeit von mehr als 10 Jahren, sodass das Projekt verschoben wurde. Ein Jahr später änderte sich die Situation: Eine bestehende Produktionshalle wurde verfügbar und reduzierte einen Großteil der Baukosten. Gleichzeitig verdoppelte eine neue Produktlinie für Paketstationen das erforderliche Beschichtungsvolumen auf rund 120.000 m² pro Jahr. Zudem stiegen die Anforderungen der Kunden an Farbvielfalt und Oberflächenqualität, wodurch robotergestützte Lackierung mit RoboTwin zu einer attraktiven Option wurde. Durch die höhere Auslastung, die geringeren Investitionskosten und die größere Produktionsflexibilität verkürzte sich die geschätzte Amortisationszeit auf 5–6 Jahre – aus „noch nicht“ wurde „jetzt investieren“.

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Wann ist welche Option sinnvoll?

Die Entscheidung hängt in der Regel von einer Kombination aus Produktionsvolumen und dessen Stabilität, Qualitätsanforderungen, Durchlaufzeiten und Personalverfügbarkeit ab.

Die Auslagerung eignet sich besonders bei schwankender Nachfrage, einem breiten Produktportfolio oder wenn ein schneller Start ohne Investition entscheidend ist.

Eine eigene Lackieranlage rechnet sich bei stabilen, ausreichenden Mengen, hohen Anforderungen an die Wiederholgenauigkeit und kurzen Durchlaufzeiten sowie überall dort, wo eine vollständige Prozesskontrolle entscheidend ist.

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Was gibt typischerweise den Ausschlag für eine interne Lösung?

In der Regel gibt es zwei Hauptgründe:

  • Kostendruck durch die Auslagerung – hier ist die Gegenüberstellung externer Kosten und des Return on Investment (ROI) entscheidend. Dies ist Aufgabe des Finanzmanagements eines Unternehmens und unabhängiger Experten.
  • Kontrolle über die Qualität – häufig der entscheidende Faktor.

Auch wenn Produkte nicht primär über ihr Design verkauft werden, gelten heute selbst für Industriekomponenten äußerst hohe Anforderungen an die Oberflächenqualität. Neben dem Schutz ist die Oberfläche auch ein wirtschaftlicher Faktor – sie unterstützt den Verkauf des Produkts. Unter anspruchsvollen Bedingungen eine gleichbleibende Beschichtungsqualität zu erreichen, ist insbesondere bei Fachkräftemangel keine einfache Aufgabe.

Für ein Industrieunternehmen ist die Auslagerung der Beschichtung stets mit einem gewissen Maß an Unsicherheit verbunden – die Verantwortung für die endgültige Qualität gegenüber dem Endkunden bleibt beim Hersteller. Deshalb sind klar definierte technische Spezifikationen, Freigabeprozesse (Muster/Standards), Fehlerkataloge und Verfahren zum Umgang mit Abweichungen entscheidend.

Moderne Projekte für Lackieranlagen weisen fast immer einen hohen Automatisierungsgrad auf. Im Mittelpunkt stehen die Minimierung des Personalbedarfs und die Verringerung der Abhängigkeit von Fachpersonal. Ein klarer Trend ist dabei die Integration von Roboterarbeitsplätzen. Beschichtungsprozesse lassen sich wirksam mit Robotern automatisieren – zugleich kann die Arbeit der Facharbeiter durch intelligente Einrichtungslösungen deutlich vereinfacht werden.

Dazu gehören die Lösungen von RoboTwin, die auf folgendem Prinzip basieren: Vormachen – Generieren – Automatisieren

Wenn Ihnen für die Entscheidung über eine neue Beschichtungstechnologie und Automatisierung noch Argumente fehlen, wenden Sie sich gerne an das RoboTwin-Team wenden.

FAQ

Key Questions & Answers

Das hängt vom Produktionsvolumen, den Qualitätsanforderungen, den Lieferzeiten und den verfügbaren Ressourcen ab. Outsourcing bietet mehr Flexibilität, während eine eigene Lackieranlage mehr Kontrolle und langfristige Kostenvorteile bei stabiler Produktion ermöglicht.<br/>

Eine eigene Lackieranlage lohnt sich in der Regel bei stabilen Produktionsmengen, hohen Qualitätsanforderungen sowie dem Wunsch, Lieferzeiten zu verkürzen oder Outsourcing-Kosten zu reduzieren.

Outsourcing vermeidet hohe Anfangsinvestitionen, reduziert den Personalaufwand und ermöglicht eine flexible Anpassung der Beschichtungskapazität ohne eigene Lackieranlage.<br/>

Robotergestützte Lackierung sorgt für gleichbleibende Qualität, reduziert die Abhängigkeit von Fachkräften und automatisiert wiederkehrende Lackierprozesse.<br/>

Wichtige Faktoren sind Produktionsvolumen, Kapitalrendite (ROI), Qualitätsanforderungen, Betriebskosten, Lieferzeiten, Personalverfügbarkeit sowie die Vorteile von Automatisierung und Robotik.